Die Soldaten umringten ihn und schlugen ihn alle gleichzeitig mit kurzen Peitschen, die mit Metallspitzen versehen waren. Sie schlugen ihn von vorne und von hinten, man konnte ihn nicht einmal sehen, weil sie so dicht um ihn herumstanden. Das Jesuskind weinte sehr und schrie vor Schmerz. Auch die Jungfrau Maria weinte, und alle Menschen lachten. Als sie ihn ausgepeitscht hatten, war er wegen des Blutes nicht mehr zu erkennen. Überall war nur Blut. Das Jesuskind war völlig entstellt und übersät mit Wunden. Sein Kopf war schrecklich zerstört, er schrie vor Schmerz. Sein ganzer Körper war wund, und die Menschen lachten nur und schrien hässliche Worte. Die ganze Zeit trug er die Dornenkrone. Dann gaben sie ihm das Kreuz, und er trug es in seinem schmerzhaften Zustand. Während er es trug, floss immer mehr und mehr Blut aus ihm. Alle schlugen ihn dabei und schrien unflätige Worte. Das Jesuskind weinte vor Schmerz. Als er nach Golgota ging, fiel er nicht dreimal unter dem Kreuz, wie es erzählt wird, sondern es war anders. Er fiel dreizehnmal.
Das erste Mal fiel er, als er durch die Stadt ging. Die Soldaten und die Menschen schlugen ihn und hörten nicht auf zu lachen. Niemand half ihm aufzustehen. Das Jesuskind weinte weiter.
Das zweite Mal fiel er nach nur drei Schritten. Sie traten das Jesuskind und lachten. Oma, sie lachten die ganze Zeit. Die Menschen hörten nicht auf zu lachen, bis er starb.
Das dritte Mal fiel er nach einem weiteren Schritt. Die Menschen schlugen ihn weiter und spuckten ihm ins Gesicht.
Das vierte Mal fiel er nach weiteren vier Schritten. Sie schlugen ihn nur, spuckten, traten ihn und schrien ihm hässliche Worte zu.
Das fünfte Mal fiel er, als er die Stadt verließ.
Das sechste Mal fiel er, als er sich dem Berg näherte. Das Jesuskind weinte vor Schmerz.
Das siebte Mal fiel er am Fuß des Berges.
Das achte Mal fiel er, als er den Berg hinaufging. Da half ihm ein guter Mann, Simon, das Kreuz zu tragen. Die Wege den Berg hinauf waren kurvenreich und steinig. Es gab dort auch große und einige spitze Steine.
Das neunte Mal fiel er auf diesen Steinen, während er hinaufging. Da rannte eine gute Frau, Veronika, zu ihm und reichte ihm ein Tuch.
Das zehnte Mal fiel er, als er sich dem Gipfel des Berges näherte.
Das elfte Mal fiel er, als er fast oben war.
Das zwölfte Mal fiel er, als ihm nur noch wenige Schritte zum Gipfel fehlten.
Das dreizehnte Mal fiel er, als ihm nur noch ein Schritt fehlte. Das Jesuskind weinte die ganze Zeit.
Auf dem Gipfel nagelten sie das Jesuskind ans Kreuz. Als sie ihn annagelten, schrie er so vor Schmerz, dass man ihn bis in die Stadt hören konnte. Auch die Jungfrau Maria schrie vor Schmerz. Als er starb, durchbohrte ein Soldat sein Herzchen. Da wurde es plötzlich dunkel, ein heftiger Wind setzte ein, und es begann zu regnen. Alle erschraken.“
Jesus sprach: „Das alles ist wahr. Ja, Ich habe sehr vor Schmerz geschrien, und zwar so laut, dass man mich bis in die Stadt hören konnte.“
Die Jungfrau Maria sagte zu Viktorka: „Viktorka, du hast das Leiden des Jesuskinds gesehen. Jetzt werde ich dich einen Rosenkranz lehren, den du, deine Oma und dein Opa dreimal am Tag, jeden Sonntag, bis zum Ende eures Lebens beten werdet. Es ist der Rosenkranz zum Leiden Jesu. Es ist ein mächtiger Rosenkranz, und du wirst ihn vorerst in deinem Herzen beten.“ Viktorka diktierte ihn mir…
Jesus fügte hinzu: „Valentín, Krücklein, betet ihn und opfert ihn für verschiedene Anliegen auf. Er ist lang und anstrengend, aber auch sehr mächtig.“
30. 5.2018
Ich war in der Stadt. In das Einkaufszentrum, in dem ich mich gerade befand, stürmte ein junger Mann mit lautem Geschrei und trieb ein wehrloses Mädchen vor sich her. Er schrie sie ununterbrochen an und schlug sie erbarmungslos, wohin es traf. Es war schrecklich. Das Mädchen wehrte sich nicht einmal, als gehöre es niemandem, keiner Familie, als sei es nur ihm ausgeliefert, und man konnte sehen, wie sehr es sich fürchtete, ihm zu widersprechen, und welche Angst es vor ihm hatte. Jemand rief die Polizei, aber es wurde nichts gelöst. Als sie gingen, setzte er das Schlagen fort. Niemand konnte ihr helfen, weil jeder Angst vor diesem Wüterich hatte. Als ich nach Hause kam, fragte ich den Herrn: „Gott, warum musste ich das sehen?“ Ich betete für dieses unglückliche Kind und bat Jesus mit Tränen in den Augen, ihr zu helfen. Abends ließ mir der Herr Jesus durch Valentín am Tabernakel ausrichten: „Krücklein, der junge Mann repräsentierte Tyrannen, die in Familien von Tyrannen aufwachsen und in Familien von Tyrannen gezeugt werden. Das junge Mädchen ist eines von denen, die nirgendwohin zurückkehren können und in die Hände solcher Gewalttäter geraten. Du hast gesehen, was ein Leben ohne Gott und Liebe verursacht.“
Heute war Viktorka bei mir und sagte: „Oma, ich gehe jetzt ständig auch in den Palast, wo die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind lebt. Ihr Palast ist wunderschön. Von außen ist er ganz aus Orchideen, und innen aus Rosen. Auch der heilige Josef lebt dort mit ihnen und viele Engel. Heute bin ich mit mehreren Kindern dorthin gegangen. Jeder von uns trug einen Strauß, den er selbst auf der Wiese gepflückt hatte. Ich habe dem Jesuskind und der Jungfrau Maria einen sehr großen Strauß gebracht. Ich habe die schönsten Blumensorten für sie gesammelt und sie mit silbernem Gras zusammengebunden. Ich habe auch goldenes Gras hineingelegt, kleine Halme, damit sie sich freuen. Sie freuten sich auch, und ich war ebenfalls glücklich. Es war ein sehr schönes Erlebnis für mich.“
